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Notwendigkeit von CAD Schulungen

Die Notwendigkeit von Schulungen für weit verbreitete CAD-Programme wie z.B. AutoCAD wird von vielen Unternehmen nicht im erforderlichen Umfang gesehen. Dabei zeigt die tägliche Praxis, dass viele Anwender selbst mit einfachen Funktionen nicht umgehen  können.

Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Es gibt heute Anwender, die bisher gar keine CAD-Schulung besucht haben. Solche Anwender sind komplett auf sich selbst gestellt und müssen sich das notwendige Wissen autodidaktisch aneignen.

Andere Anwender erhalten einen Einführungslehrgang z.B. in die Anwendung von AutoCAD und müssen dann sehen, wie sie mit dem dort aufgenommenen Wissen ihre täglichen Aufgaben zufriedenstellend erledigen. Am technologischen Fortschritt partizipieren diese Anwender nur in einem sehr eingeschränkten Maß.

Nur die wenigsten Anwender arbeiten in einer Umgebung, in der die erforderliche ständige Weiterbildung praktiziert wird, die Anwender sich ständig auf dem Laufenden halten und so die Möglichkeit haben, immer möglichst optimale Arbeitsergebnisse abzuliefern.

Als wir in unserem Unternehmen auf diese desaströse Situation aufmerksam wurden, haben wir begonnen, AutoCAD-Anwendern, die von sich behaupten, das Programm gut zu beherrschen, systematisch 3 einfache Fragen aus der Praxis zu stellen. Das Ergebnis war niederschmetternd. Von ca. 200 befragten Anwendern waren bis heute nur 2 in der Lage, alle 3 Fragen einwandfrei zu beantworten. 8% der Befragten waren in der Lage, 2 Fragen zu beantworten und 14 % waren in der Lage, eine Frage zu beantworten. Wohlgemerkt, wir haben nur AutoCAD-Anwender befragt, die von sich selbst behauptet haben, mit AutoCAD sehr gut umgehen zu können.

Stellt man sich vor, dass ein optimales Arbeitsergebnis am AutoCAD-Arbeitsplatz nicht nur den qualitativen Aspekt sondern auch den wirtschaftlichen Aspekt der Arbeit berücksichtigen muss, fragt man sich, welche Ressourcen in der täglichen Praxis eigentlich durch eine derartige Unwissenheit der Anwender vergeudet werden und wie lange sich ein Unternehmen, egal welcher Größe, solch einen Zustand leisten kann.

Wurde die notwendige Arbeit in der gewünschten Zeit und gemäß den qualitativen Erfordernissen fertiggestellt? Die Frage, ob die gleiche Arbeit mit ausgeklügelterer Vorgehensweise bei gleicher oder besserer Qualität schneller hätte bewältigt werden können, lässt sich von den meisten hierfür Verantwortlichen nicht beantworten, weil es auch ihnen schlicht an den notwendigen Kenntnissen fehlt, hier eine objektive Beurteilung abzugeben.

Auf der einen Seite wird in der Öffentlichkeit von einem Mangel an Fachkräften gesprochen, andererseits haben wir in Deutschland über 2,5 Millionen Arbeitslose. Was aus unserer Sicht am meisten fehlt, sind Arbeitskräfte mit den richtigen Fähigkeiten, um die anstehenden Aufgaben unter den zeitlichen und qualitativen Vorgaben zu bewältigen.

Es scheint so, dass die Diskrepanz zwischen dem, was in der Schule und an den Universitäten gelehrt wird und dem, was tatsächlich auf dem Arbeitsmarkt, zum Beispiel in der Architektur- und Baubranche oder im Maschinenbau gefordert wird, immer größer wird, denn der beschriebene Zustand verschlimmert sich in den letzten Jahren zusehends.

Aufgrund des rasanten technologischen Fortschrittes werden die digitalen Konstruktionslösungen immer ausgeklügelter. Immer mehr Unternehmen entdecken das bestehende Potenzial und wollen ihre Nutzungsmöglichkeiten erweitern. Das setzt jedoch voraus, dass die modernen Technologien erlernt werden müssen, um sie nachher in der täglichen Praxis auch sicher beherrschen zu können.

Die BIM-Methode gewinnt zunehmend an Bedeutung. Neue Modelle der Zusammenarbeit verwischen die Grenzen zwischen den verschiedenen Berufen, Zeitabläufe verkürzen sich, da neue Planungstools straffere Lieferketten ermöglichen. Hinzu kommt, dass komplexe Berechnungen und Abstimmungsprozesse, die die Arbeit einst dominierten, nicht mehr benötigt werden, da Ergebnisse sofort berechnet werden können. Deshalb ist es aus unserer Sicht zwingend erforderlich, auf den traditionellen Arbeitsweisen aufzubauen und den Anwendern die modernen Konstruktionsmethoden zu vermitteln.

Aktuelle und vor allem zusätzliche Qualifikationen werden immer wichtiger für Arbeitnehmer und auch Arbeitgeber. Bei der Bewerbung auf freie Stellen werden die richtigen Zertifikate immer wichtiger.

Ein wertiges Zertifikat bescheinigt dem jeweiligen Entscheidungsträger im Unternehmen, dass der potentielle Kandidat für die ausgeschriebene Stelle fachlich besser geeignet ist als ein Bewerber, der nicht über die entsprechende Zertifizierung verfügt.

Zertifizierungen bieten die Gewähr einer Einheitlichkeit und Relevanz der Kenntnisse potentieller Bewerber. Fragen Sie als Arbeitgeber nach vergleichbaren Zertifikaten, anstatt nach einer Qualifizierung, die innerhalb eines Landes oder weltweit nicht vereinheitlicht ist und somit wenig über das jeweilige Qualifikationsniveau aussagt, haben sie mehr Sicherheit bei der Einstellung, beispielsweise von Absolventen oder auch älteren Bewerbern. Wir unterscheiden hier ganz klar zwischen dem fachlichen Wissen, das erforderlich ist, um eine Aufgabe zu lösen und dem Anwenderwissen für den Umgang mit dem CAD-Programm. Dieses betrachten wir als Werkzeug, das beherrscht werden muss, um das eigentliche Fachwissen zur Anwendung zu bringen.

Vom Standpunkt des Bewerbers aus gesehen bewerten Zertifikate Kenntnisse und Fähigkeiten und grenzen die verschiedenen Jobanwärter untereinander ab. Ein überwiegender Teil der Bewerber empfindet Zertifikate als wichtig und ist daran interessiert, auch in Eigeninitiative ein Zertifikat zu erwerben, was darauf schließen lässt, dass immer mehr Personen selbst Verantwortung für ihre Ausbildung übernehmen. Lebenslanges Lernen und somit die stetige Auffrischung und Erweiterung von Kenntnissen und Fähigkeiten kann einen interessanteren und erfüllenderen Berufsweg bedeuten. Zudem kann es Unternehmen beim Aufbau einer qualifizierten und agilen Belegschaft helfen, die für eine sich ständig verändernde Arbeitswelt gerüstet ist und zugleich die Chancen, die von ihr ausgehen, zu nutzen weiß.

 

Qualität von CAD Schulungen

Die Qualität von CAD-Schulungen ist nur schwer zu beurteilen. War der Dozent überhaupt in der Lage, den gewünschten Stoff zu vermitteln? Waren die entsendeten Teilnehmer überhaupt in der Lage,  dem Stoff zu folgen?

Passt die technische Ausstattung der Bildungseinrichtung zu den gewünschten Lehrgangszielen? Sind die entsandten Lehrgangsteilnehmer erkenntniswillig und auch erkenntnisfähig?

Dies sind nur einige der Fragen, welche für die Qualität von Schulungen gestellt werden müssen und die teilweise nur subjektiv beantwortet werden können, solange keine objektiven Standards allgemeinverbindlich festgelegt sind .

Während einige wenige Bildungseinrichtungen vorbildlich mit der Industrie und den Softwareentwicklern zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die Lehrinhalte auf dem aktuellsten Stand sind, bleiben andere mit veralteten Lehrplänen, die ins Nichts führen, zurück.

Da es zur Zeit keine festgelegten Lehrpläne für CAD-Schulungen gibt, über die bestimmte allgemeingültige, vergleichbare  Qualifikationsstufen definiert werden können, werden die Lehrgangsinhalte häufig nach eigenem Gutdünken festgelegt und die Lehrgangsveranstaltungen entsprechend durchgeführt. Im besten Fall werden in Individualschulungen Lehrgangsziele definiert, die zu erreichen sind.

Da die verschiedenen Bildungseinrichtungen untereinander im Wettbewerb stehen, wird von diesen gemeinhin versucht, Lehrgänge mit möglichst vielen Inhalten in möglichst kurzer Zeit durchzuführen, um mit möglichst niedrigen Preisen möglichst viele Lehrgangsteilnehmer zu gewinnen und die Schulungseinrichtung so auszulasten. Ob das dem Anwender und der eingesetzten Software gerecht wird, ist äußerst fraglich.

Diese Situation gipfelt dann in der Frage eines Einkäufers, warum in unserem Haus ein Grundlehrgang AutoCAD 40 Unterrichtsstunden dauert, der Wettbewerb benötige dafür nur 16 Stunden. Wir verstehen,  dass der Einkäufer diese Frage stellen muss. Ja wir begrüßen es sogar, denn hier wird auffällig, wie unterschiedlich CAD-Lehrgänge angeboten werden.

Stellt man den Anwender mit seinen natürlichen Ansprüchen in den Mittelpunkt und berücksichtigt man die Komplexität der CAD-Anwendung wird klar, dass man in einem Lehrgang, der von vornherein auf mehr Unterrichtsstunden angelegt ist, besser den Ansprüchen gerecht werden kann als in einer Lehrgangsveranstaltung, die nur auf 2 Tage angelegt ist.

 

Lösungsansätze

Unterschiedliche Wissensstände in der Anwendung von CAD Software machen es erforderlich, den Wissensstand von AutoCAD-Anwendern vergleichbar zu machen. Deshalb stellt die Zertifizierung als Autodesk Certified User und als Autodesk Certified Professional ein wichtiges Element dar, diese Vergleichbarkeit herzustellen.

Nach einem Grundlehrgang AutoCAD sollte ein Anwender in der Lage sein, eventuell nach einer weiteren kurzen Praxisphase die Prüfung zum Autodesk Certified User zu bestehen und damit zu dokumentieren, dass er in der Lage ist, das CAD System in seinen Grundzügen zu beherrschen. Anwender, die diese Prüfung bestanden haben, werden an den eingangs erwähnten 3 einfachen Fragen zur Anwendung von AutoCAD nicht mehr scheitern.

Hat sich der Anwender weitergebildet und mehr Erfahrung gesammelt, kann er durch Ablegen der Prüfung als Autodesk Certified Professional seine besonderen Fähigkeiten dokumentieren.